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Bittere Ernten (Jacques Mazeau)


Nach Höllenfarm und Wind des Zorns, Jacques Mazeau liefert seinen dritten Teil: Bittere Ernten. So finden wir die Domäne von Vernière, einem kleinen Ende der Welt, verloren im Nièvre, wo vor dem Hintergrund des Beginns des Zweiten Weltkriegs Machenschaften, Rache und andere ländliche Intrigen weitergehen.


Zusammenfassung

Die Handlung des Romans beginnt im Juni 1940, als die deutsche Armee die kleine Stadt La Charité-sur-Loire militärisch investiert. Die Einwohner leiden nicht lange unter den Auswirkungen der Besatzung: Rationierung, Privatisierungen und andere Anforderungen, die Emma in ihrer Domäne von La Vernière empören, während ihr Ehemann angesichts der Ereignisse teilnahmslos und zögerlich bleibt. Andere, wie der junge Marcel, der von Emma und seiner Familie verwaist und aufgenommen wurde, oder sogar Marthe, die von Freiheit und Liebe aus ihrem Bordell träumt, sind sofort von dem Wunsch überzeugt, Widerstand zu leisten. Schließlich scheint für einige die Ankunft der Deutschen eine unvermeidliche Gelegenheit zur Rache zu sein, um ihre Rechnungen zu begleichen.

Die Zeit der Wahl ist also gekommen. Welche Haltung wird jeder angesichts dessen einnehmen, was manche als "Eindringling" bezeichnen, wenn andere das Aufkommen eines neuen Frankreichs unter der Schirmherrschaft von Marschall Pétain begrüßen: Widerstand, Zusammenarbeit oder abwartende Politik. Leidenschaft und Gefühle werden bei dieser Wahl viel ausmachen.

Ein großes ländliches Fresko

Liebe, Hass und Verrat machen dieses große ländliche Fresko von Jacques Mazeau immer noch aus, während sich die deutschen Besatzer in der Gegend von Nièvre niederlassen. Der Autor hat seine Geschichte in der ersten Hälfte des Zweiten Weltkriegs eingefärbt. Und mit Interesse gehen die Enthüllungen und Intrigen weiter. Jacques Mazeau interessiert sich nicht nur für den historischen Aspekt des Romans, der im Hintergrund bleibt, sondern vor allem für die psychologischen Beziehungen zwischen den verschiedenen Protagonisten und den letzteren, die Legion sind. Ein großer Teil der Gesellschaft der Region Nivernais und darüber hinaus ist somit vertreten, von einfachen Bauern und Arbeitern bis hin zu Gutsverwaltern, von Prostituierten bis zu bürgerlichen Persönlichkeiten, darunter Ärzte, deutsche Offiziere, Pariser Emporkömmlinge und viele mehr. Andere. Und mit brio porträtiert der Autor diese reiche Palette von Charakteren, in denen jeder versucht, aus dem Spiel gegen den Besatzer herauszukommen. Bittere Ernten ist es also ein Roman, in dem man gerne die Entwicklung der verschiedenen Protagonisten angesichts der vielen im Wesentlichen sentimentalen Umkehrungen der Situation verfolgt - wäre das Buch eher auf eine weibliche Leserschaft ausgerichtet? Das können wir uns denken.

Jacques Mazeau, Bitter Harvests, L’Archipel, 2011.


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