Information

Gustav Stresemann


Gustav Stresemann, Sohn eines Gastwirts, wurde am 10. Mai 1878 in Berlin geboren. Stresemann besuchte die Universitäten in Berlin und Leipzig, wo er Geschichte, Literatur und Wirtschaftswissenschaften studierte.

Nach seinem Studium arbeitete er für den Deutschen Chocolatier-Verband. 1902 gründete er den Sächsischen Fabrikantenverband und trat im folgenden Jahr der Nationalliberalen Partei bei. Stresemann, eine rechtsgerichtete Partei, trat als einer der Führer des gemäßigteren Flügels hervor, der eine Verbesserung der sozialen Versorgung befürwortete.

1908 wurde Stresemann in den Reichstag gewählt. Er geriet bald in Konflikt mit seinen konservativeren Kollegen und wurde 1912 aus dem Exekutivkomitee der Partei verdrängt. Später in diesem Jahr verlor er seinen Sitz im Parlament. Stresemann kehrte ins Geschäftsleben zurück und war Gründer der Deutsch-Amerikanischen Wirtschaftsvereinigung. Als starker Verfechter des deutschen Imperialismus entfremdete er sich den politischen Ansichten von Alfred von Tirpitz und Bernhard von Bülow.

1914 kehrte er in den Reichstag zurück. Während des Ersten Weltkriegs aus gesundheitlichen Gründen vom Militärdienst befreit, setzte sich Stresemann leidenschaftlich für die Kriegsanstrengungen ein und trat für die Inbesitznahme Deutschlands in Russland, Polen, Frankreich und Belgien ein.

Während des Krieges wurde Stresemann in seinen Ansichten zunehmend rechtsextrem und seine Gegner behaupteten, er sei Parlamentssprecher von Militärs wie Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff. Er kritisierte Bethmann Hollweg zunehmend und trat für einen uneingeschränkten U-Boot-Krieg gegen die Royal Navy ein.

1918 gründete Stresemann die Deutsche Volkspartei. Nach der Niederlage Deutschlands sympathisierte Stresemann mit den Freikorps und begrüßte die Niederlage der Sozialisten und Kommunisten in der Deutschen Revolution. Er machte sich jedoch zunehmend Sorgen über die Gewaltanwendung der rechten Gruppierungen und nach den Morden an Matthias Erzberger und Walther Rathenau entschied sich Stresemann, für die Weimarer Republik zu argumentieren.

Mit Unterstützung der Sozialdemokratischen Partei wurde Stresemann 1923 Bundeskanzler. Es gelang ihm, den passiven Widerstand im Ruhrgebiet zu beenden und die Reparationszahlungen wieder aufzunehmen. Auch das Inflationsproblem ging er mit der Gründung der Rentenbank an.

Stresemann wurde von Mitgliedern der Sozialdemokratischen Partei und der Kommunistischen Partei scharf kritisiert, weil er nach dem Scheitern des Bierhallen-Putsches nicht bereit war, mit Adolf Hitler und anderen NSDAP-Führern fest zu gehen. Später in diesem Monat zogen sich die Sozialisten aus Stresemanns Regierung zurück und er musste als Kanzler zurücktreten.

In der neuen Regierung von Wilhelm Marx wurde Stresemann zum Außenminister ernannt. Er akzeptierte den Dawes-Plan (1924), da dieser zum Rückzug der französischen Armee aus dem Ruhrgebiet führte. Unter Hans Luthers Staatskunst führte Stresemann zum Vertrag von Locarno (Dezember 1925), zum Deutsch-Sowjetischen Vertrag (April 1926) und zum Beitritt Deutschlands zum Völkerbund 1926. Noch im selben Jahr erhielt er den Friedensnobelpreis.

Gustav Stresemann verhandelte den Young-Plan, erlitt aber bald darauf zwei Schlaganfälle und starb am 3. Oktober 1929 an einem Herzinfarkt.

Ich habe vorhin von dem Verlust gesprochen, den wir erlitten haben, als wir einen Mann verloren haben, der durchaus das Instrument eines großen Versöhnungswerkes in Deutschland hätte sein können. Mir erscheint sein Verlust am schwersten, weil eine solche Versöhnung so dringend nötig ist. Das alte und das neue Deutschland sollten nicht dauerhaft gegensätzlich sein; Reichsbanner und Stahlhelm sollten sich nicht ewig als Antagonisten gegenüberstehen. Es müssen Mittel gefunden werden, um das Alte und das Neue zu verschmelzen. Und der Tote wäre sicherlich einer von denen gewesen, die sich mit ganzem Herzen dieser Aufgabe gestellt hätten. Die Zurückhaltung, mit der wir den Präsidenten früher betrachteten, die allerdings schon durch den Eindruck seiner gewissenhaften Arbeit durchbrochen worden war, verschwand an jenem 11. Deutschlandlied über den Aufruhr des Parteistreits und kehre ihn als Lied der Deutschen wieder an seinen Platz zurück. Unterschätzen wir ein solches Symbol nicht. Wir schwenken genug Flaggen gegeneinander. Es wäre schade, wenn wir versuchen würden, uns gegenseitig zu singen! So haben wir zumindest ein Volkslied, das alle Deutschen vereint und das Symbol unserer 60-Millionen-Nation ist.

Das Wahlergebnis ist psychologisch außerordentlich interessant. Es besteht kein Zweifel, dass die persönliche Komponente den Sieg davongetragen hat. In den Wirren des Wahlkampfes fehlte es nicht an Bemühungen, die Bedeutung der Persönlichkeit Hindenburgs zu diskreditieren. Aber mit wenig Erfolg. Viele zweifelten in der Tat, ob die Alterslast für einen, der das Präsidentenamt anstrebte, nicht zu schwer sein könnte. Aber am Ende wirkte der große Name und brachte Wählerreserven hervor, die sonst kaum in solcher Zahl zur Verfügung gestanden hätten, wenn sie es nicht als patriotische Pflicht angesehen hätten, ihre Stimmen für den großen Feldherrn im Großen Krieg zu verbuchen.

Auf der anderen Seite verband Hindenburgs Nominierung die Weimarer Koalition noch stärker, als dies sonst der Fall gewesen wäre. Wer die Sitzungsberichte der Sozialdemokratischen Partei zur Zeit der Wahlen kennt, weiß, wie heftig die Reaktion auf die Wahl eines führenden Mitglieds der Zentrumspartei zum Präsidenten war. Sie wurde von der Levi-Gruppe abgelehnt, die in jeder Zusammenarbeit mit der Bourgeoisie des Zentrums einen Verrat an der Konzeption des Klassenkrieges sah. Dagegen wehrte sich die ganze Schar der Freidenker – und wo sind diese stärker als in den Reihen der Sozialdemokratischen Partei? - der keine Ahnung hatte, den Verfechter der konfessionellen Schulen zu wählen, und der bekennende Unterstützer der christlichen Haltung gegenüber dem Staat und der Welt. Dagegen wehrten sich vor allem die Frauen in den konfessionellen Konfliktgebieten, weil sie befürchteten, dass die Wahl von Marx zu einer Stärkung des Katholizismus führen würde. Und die Opposition war bei den Demokraten viel intensiver. Nicht nur aus Bayern kamen Proteste gegen die Unterstützung des Zentrumskandidaten. Auch in anderen Bezirken wurde das demokratische Credo erschüttert.

Der Frieden zwischen Frankreich und Deutschland ist nicht nur eine deutsch-französische, sondern eine europäische Angelegenheit. Der letzte Weltkrieg hat meiner Meinung nach keine Sieger hervorgebracht, die sich über ihren Sieg freuen konnten. Der Krieg und die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln waren für soziale, politische und wirtschaftliche Umwälzungen in Europa verantwortlich, die die älteren Kulturnationen unmittelbar mit der Frage nach ihrer zukünftigen materiellen Existenz konfrontiert haben. In den Debatten, die kürzlich in diesem Hohen Haus stattgefunden haben, haben Sie ein Problem erörtert, das eine der Auswirkungen des Krieges auf Europa und nicht nur auf Deutschland ist, nämlich die Frage, wie man durch öffentliche Maßnahmen die Proletarisierten entlasten kann der Zusammenbruch von Währung und Handel. Sie waren nicht nur in diesem Lande, sondern auch in anderen Ländern die Träger des Staatsgedankens, der beständigsten Säulen der gegenwärtigen Ordnung. Der Zusammenbruch der Währung hat sich von Ost nach West ausgebreitet und hat bisher an keiner Landesgrenze haltgemacht. Ich gehöre nicht zu denen, die sich von der Fortsetzung dieses Währungsverfalls in Frankreich Vorteile für Deutschland versprechen. Ich kann mir keine politischen oder gar wirtschaftlichen Vorteile vorstellen, wenn dieser Herbst weitergeht. Noch weniger teile ich die Meinung, die in einem Zwischenruf zu Beginn meiner Ausführungen enthalten schien, dass die Stellung Frankreichs als Großmacht, die es nach dem Frieden von Versailles innehatte, von jedem auf Dauer erschüttert werden kann Schwierigkeiten in den Rif-Territorien von Marokko.

Nicht hier liegen die großen Probleme der Gegenwart; sie liegen, glaube ich, darin, dass ohne die Zusammenarbeit der großen Territorien, die heute die wichtigsten Faktoren im Welthandel sind, weder die französische Finanznot noch die deutsche Wirtschaftskrise beseitigt werden können. Es liegt nicht nur in unserem Interesse, sondern auch im Interesse anderer Nationen in Europa, dass diese Weltmächte den Wiederaufbau eines zerstörten Europas in Angriff nehmen, und sie können von diesen Weltmächten und ihrer öffentlichen Meinung nicht erwarten, dass sie diese Aufgabe übernehmen, es sei denn, sie haben das Gefühl, dass sie es getan haben vor ihnen ein befriedetes Europa und kein Europa der Sanktionen und der bevorstehenden Kriege.

Lassen Sie mich bei der Paraphierung der hier ausgearbeiteten Verträge einige Worte im Namen des Bundeskanzlers und in meinem Namen sagen. Die deutschen Delegierten stimmen dem Wortlaut des Schlussprotokolls und seiner Anlagen zu, eine Zustimmung, der wir durch die Anfügung unserer Initialen Ausdruck verliehen haben. Mit Freude und von ganzem Herzen begrüßen wir die große Entwicklung des europäischen Friedenskonzepts, die von diesem Treffen in Locarno ausgeht und als Vertrag von Locarno zu einem Meilenstein in der Geschichte der Beziehungen der Staaten und Völker untereinander werden soll . Wir begrüßen insbesondere die in diesem Schlussprotokoll zum Ausdruck gebrachte Überzeugung, dass unsere Arbeit zu einer Verringerung der Spannungen zwischen den Völkern und zu einer leichteren Lösung so vieler politischer und wirtschaftlicher Probleme führen wird.

Wir haben die Verantwortung für die Paraphierung der Verträge übernommen, weil wir in dem Glauben leben, dass nur durch die friedliche Zusammenarbeit von Staaten und Völkern eine Entwicklung gesichert werden kann, die nirgendwo wichtiger ist als für das große zivilisierte Land Europas, dessen Völker so bitter gelitten haben die Jahre, die hinter uns liegen. Wir haben sie vor allem deshalb unternommen, weil wir in der Zuversicht berechtigt sind, daß die politischen Wirkungen der Verträge uns bei der Erleichterung der Bedingungen unseres politischen Lebens besonders zugute kommen werden. Aber so groß auch die Bedeutung der Vereinbarungen ist, die

verkörpert sind, werden die Verträge von Locarno ihre tiefste Bedeutung für die Entwicklung der Nationen nur erlangen, wenn Locarno nicht das Ende, sondern der Beginn einer vertrauensvollen Zusammenarbeit der Nationen sein soll. Dass diese Aussichten und die Hoffnungen, die auf unserer Arbeit beruhen, in Erfüllung gehen mögen, ist der ernste Wunsch, den die deutschen Delegierten in diesem feierlichen Augenblick zum Ausdruck bringen würden.

In dem Moment, da die in Locarno begonnene Arbeit mit unserer Unterschrift in London abgeschlossen ist, möchte ich vor allem Ihnen, Sir Austen Chamberlain, unseren Dank aussprechen für das, was wir Ihnen in der Anerkennung Ihrer Führungsrolle bei der abgeschlossenen Arbeit zu verdanken haben heute hier. Wir hatten, wie Sie wissen, keinen Vorsitzenden, der unsere Verhandlungen in Locarno leitete. Aber es ist den großen Traditionen Ihres Landes zu verdanken, die auf viele hundert Jahre Erfahrung zurückblicken können, dass ungeschriebene Gesetze weit besser funktionieren als die Form, in der der Mensch denkt, die Ereignisse zu meistern. So führte die so informelle Konferenz von Locarno zu einem Erfolg. Das war möglich, weil wir in Ihnen, Sir Austen Chamberlain, einen Führer hatten, der durch sein Taktgefühl und seine Freundlichkeit, unterstützt von seiner charmanten Frau, jene Atmosphäre des persönlichen Vertrauens geschaffen hat, die durchaus als Teil dessen angesehen werden kann, was mit dem Geist der Locarno. Aber wichtiger als die persönliche Herangehensweise war etwas anderes, und das war der in Ihnen und in uns so starke Wille, diese Arbeit zu Ende zu bringen. Daher die Freude, dass Sie sich wie wir anderen gefühlt haben, als wir diese Dokumente in Locarno abgezeichnet haben. Und deshalb gilt Ihnen hier heute unser aufrichtiger Dank.

Lassen Sie mich die Arbeit in Locarno im Lichte dieser Idee von Form und Willen betrachten. Wir alle mussten uns in unseren jeweiligen Häusern des Parlaments Debatten über diese Errungenschaft stellen. Es wurde in alle Richtungen darauf aufmerksam gemacht, und es wurde versucht, herauszufinden, ob es in dieser oder jener Klausel nicht Widersprüche gibt. In diesem Zusammenhang sage ich ein Wort! Ich sehe in Locarno keine juristische Struktur politischer Ideen, sondern die Grundlage großer Entwicklungen in der Zukunft. Staatsmänner und Nationen verkünden darin ihre Absicht, den Sehnsüchten der Menschheit nach Frieden und Verständigung den Weg zu bereiten. Wenn der Pakt nur eine Sammlung von Klauseln wäre, würde er nicht gelten. Die Form, die sie für das gemeinsame Leben der Völker zu finden sucht, wird nur dann Wirklichkeit werden, wenn hinter ihnen der Wille steht, neue Verhältnisse in Europa zu schaffen, ein Wille, der die Worte von Herrn Briand soeben inspiriert hat. '

Ich möchte Ihnen, Herr Briand, meinen tiefen Dank aussprechen für das, was Sie über die Notwendigkeit der Zusammenarbeit aller Völker gesagt haben - und besonders der Völker, die in der Vergangenheit so viel durchgemacht haben. Sie sind von der Idee ausgegangen, dass jeder von uns in erster Linie seinem eigenen Land angehört und ein guter Franzose, Deutscher, Engländer als Teil seines eigenen Volkes sein sollte, aber dass jeder auch ein Bürger Europas ist, dem großen Kulturgedanken verpflichtet, der im Konzept unseres Kontinents zum Ausdruck kommt. Wir haben das Recht, von einer europäischen Idee zu sprechen; dieses Europa hat im Großen Krieg so große Opfer gebracht und ist dennoch der Gefahr ausgesetzt, durch die Auswirkungen dieses Großen zu verlieren

Krieg, die Stellung, die ihm durch Tradition und Entwicklung zusteht.

Die Opfer unseres Kontinents im Weltkrieg werden oft allein an den materiellen Verlusten und Zerstörungen gemessen, die durch den Krieg entstanden sind. Unser größter Verlust ist, dass eine Generation zugrunde gegangen ist, von der wir nicht sagen können, wie viel Intellekt, Genie, Tatkraft und Willen zur Reife gekommen wären, wenn es ihnen gegeben worden wäre, ihr Leben zu leben. Aber zusammen mit den Erschütterungen des Weltkrieges hat sich eine Tatsache herauskristallisiert, nämlich dass wir durch ein einziges und ein gemeinsames Schicksal aneinander gebunden sind. Wenn wir untergehen, gehen wir zusammen unter; Wenn wir die Höhen erreichen wollen, tun wir dies nicht durch Konflikte, sondern durch gemeinsame Anstrengungen.

Aus diesem Grund dürfen wir, wenn wir überhaupt an die Zukunft unserer Völker glauben, nicht in Zwietracht und Feindschaft leben, sondern müssen uns in gemeinsamer Arbeit die Hände reichen. Nur so wird es möglich sein, den Grundstein für eine Zukunft zu legen, von der Sie, Herr Briand, mit Worten gesprochen haben, die ich nur betonen kann, dass sie auf einer Rivalität der geistigen Leistung beruhen muss, nicht der Gewalt. In einer solchen Zusammenarbeit muss die Basis für die Zukunft gesucht werden. Für einen solchen Frieden steht die große Mehrheit des deutschen Volkes fest. Im Vertrauen auf diesen Friedenswillen haben wir diesen Vertrag unterschrieben. Es soll eine neue Ära der Zusammenarbeit zwischen den Nationen einleiten. Es ist der Abschluss der sieben Jahre nach dem Krieg mit einer Zeit des wahren Friedens, getragen vom Willen verantwortungsbewusster und weitsichtiger Staatsmänner, die uns den Weg zu einer solchen Entwicklung gewiesen haben und von ihren Völkern unterstützt werden, die wissen, dass nur so der Wohlstand wachsen kann. Mögen spätere Generationen diesen Tag als den Beginn einer neuen Ära segnen.


Gustav Stresemann

Gustav Stresemann (1878-1929) war ein deutscher Politiker, Reichstag Stellvertreter und 1923 für kurze Zeit Kanzler. Als Außenminister wurde Stresemann zu einem der bedeutendsten und effektivsten Führer der Weimarer Republik.

Stresemann wurde in Berlin als Sohn eines evangelischen Wirts, Brauers und Bierverkäufers geboren. Die Familie gehörte der unteren Mittelschicht an, und der ruhige, gelehrte Gustav war das einzige von fünf Kindern, das das Gymnasium abschließen und sich an der Universität einschreiben konnte.

1897 begann Stresemann ein Studium der Geschichte und Literatur an der Universität Berlin. Später wechselte er in die Wirtschaftswissenschaften, wahrscheinlich um seine Beschäftigungsaussichten zu erhöhen. Nach der Promotion arbeitete Stresemann die nächsten zehn Jahre als Sachbearbeiter für verschiedene Berufsgenossenschaften.

Stresemanns Interesse für Politik begann an der Universität und setzte sich in seinem Berufsleben fort. Er trat 1903 der Nationalliberalen Partei bei und demonstrierte fortschrittliche Ansichten, wie zum Beispiel die Unterstützung staatlich finanzierter Sozialhilfemaßnahmen. Nach sechs Jahren im Stadtrat von Dresden trat Stresemann in die Reichstag 1907.

Als junger Mann war Stresemanns Ansichten liberal, aber mit seinen Dreißigern war er nationalistischer und konservativer geworden. Während des Ersten Weltkriegs unterstützte Stresemann die Monarchie und die Kriegsanstrengungen und unterstützte Aufrufe zum uneingeschränkten U-Boot-Krieg. Als die Weimarer Republik Ende 1918 begann, war Stresemann Mitbegründer der rechtsextremen Deutschen Volkspartei (DVP).

Trotz seiner Verbindung zu Rechtsnationalisten wurde Stresemann zu einem Pragmatiker, der bereit war, mit seinen politischen Gegensätzen, darunter der SPD, zum Wohle des Landes zusammenzuarbeiten.

Stresemanns kurze Amtszeit als Kanzler (1923) war durch die anhaltende Ruhrbesetzung, die grassierende Hyperinflation und eine fragile Regierungskoalition zum Scheitern verurteilt. Als Außenminister sollte er jedoch die Weimarer Republik prägen.

Stresemann war fast sechs volle Jahre (1923-29) Außenminister der Republik. Da er erkannte, dass sich Deutschland ohne internationale Unterstützung nicht erholen konnte, arbeitete er daran, diplomatische Beziehungen wiederherzustellen und wieder aufzubauen, die Reparationsschulden neu zu verhandeln und ausländische Kredite zu sichern.

Zu Stresemanns Leistungen als Außenminister zählten die Aushandlung des Dawes-Plans (1924), der Locarno-Verträge (1925), eines Vertrags mit der Sowjetunion und Deutschlands Aufnahme als Mitgliedsstaat des Völkerbundes (beide in 1926). Stresemann und der französische Staatsmann Aristoteles Briand teilten sich den Friedensnobelpreis für die Abkommen von Locarno, die die deutsch-französischen Beziehungen versöhnten.

Weniger versöhnlich war Stresemann in Osteuropa, insbesondere Polen. Wie andere deutsche Nationalisten lehnte er die Idee der polnischen Souveränität ab und strebte die Rückforderung deutscher Gebiete an, die nach dem Ersten Weltkrieg an Polen abgegeben wurden.

Stresemanns vorzeitiger Tod 1929 im Alter von 51 Jahren beraubte die Weimarer Republik seines wirksamsten Staatsmannes, als er am dringendsten gebraucht wurde.


Gustav Stresemann (1878-1929)

In den Weimarer Jahren wurde Stresemann Vorsitzender der Deutschen Volkspartei. Stresemann kämpfte trotz der antidemokratischen Kräfte innerhalb der Deutschen Volkspartei darum, die Parteiunterstützung für die Republik aufrechtzuerhalten.

Von 1923 bis 1929 war Stresemann Weimarer Außenminister. Er arbeitete daran, gute Beziehungen zwischen Deutschland und seinen Nachbarn, insbesondere Frankreich, herzustellen. Stresemann sprach häufig vor dem Völkerbund. Er handelte auch Verträge aus, um den Krieg zugunsten einer friedlichen Beilegung von Streitigkeiten abzulehnen. Die Nazis betrachteten Stresemann als einen ihrer Hauptfeinde. Stresemanns Tod 1929 beraubte die Weimarer Republik eines ihrer größten Verteidiger.

Weitere Informationen zu Gustav Stresemann:

Gustav Stresemann war ein deutscher Politiker, der während der Weimarer Zeit die Deutsche Volkspartei leitete. Stresemann verband akademische Stärken mit betriebswirtschaftlichem Geschick und verfasste eine wissenschaftliche Dissertation über die Bierindustrie. Er begann sein politisches Leben als Monarchist und während des Ersten Weltkriegs war Stresemann ein starker Befürworter der aggressiven deutschen Expansion. Am Ende des Krieges war Stresemann jedoch ein überzeugter Republikaner. Er glaubte, dass Streitigkeiten zwischen Nationen durch Verhandlungen und Diplomatie beigelegt werden sollten. In den Weimarer Jahren wurde Stresemann Vorsitzender der Deutschen Volkspartei. Als Führer der DNVP kämpfte Stresemann trotz der antidemokratischen Kräfte innerhalb der DNVP darum, die Parteiunterstützung für die Republik aufrechtzuerhalten. Von 1923 bis 1929 war Stresemann Weimarer Außenminister. Er arbeitete daran, gute Beziehungen zwischen Deutschland und seinen Nachbarn, insbesondere Frankreich, herzustellen. Stresemann sprach häufig vor dem Völkerbund. Er handelte auch Verträge aus, um den Krieg zugunsten einer friedlichen Beilegung von Streitigkeiten abzulehnen. Die Nazis betrachteten Stresemann als einen ihrer Hauptfeinde. Stresemanns Tod 1929 beraubte die Weimarer Republik eines ihrer größten Verteidiger.


Weiterführende Literatur

Stresemanns Papiere, die von seiner ehemaligen Sekretärin gesammelt und gesichtet wurden, wurden in leicht komprimierter Form von Eric Sutton übersetzt und herausgegeben. Gustav Stresemann: Seine Tagebücher, Briefe und Schriften (3 Bände, 1935-1940). Obwohl es keine definitive Biographie von Stresemann gibt, gibt es mehrere gute, ausgewogene Studien. Henry L. Bretton, Stresemann und die Revision von Versailles (1953), betont Stresemann als geschickten Manipulator der friedlichen Diplomatie. Hans Gatzke, Stresemann und die Wiederaufrüstung Deutschlands (1954), porträtiert ihn als aufrichtigen, großen Staatsmann und Nationalisten, der der deutschen Rüstung unverfroren mit zwei Gesichtern gegenübersteht. Stresemanns Rolle in der deutschen Politik wird in Henry A. Turner, Stresemann und die Politik der Weimarer Republik (1963). Marvin L. Edwards, Stresemann und Großdeutschland, 1914-1918 (1963), behandelt die Kriegsjahre. Von den vielen früheren positiven Schilderungen des Außenministers als "guten Europäer" stechen zwei heraus: Rochus von Rheinbaben, Stresemann: Der Mann und der Staatsmann (1929), geschrieben mit Stresemanns Hilfe, und Antonina Vallentin, Stresemann (Übers. 1931). □


Ausharren für einen Helden: Gustav Stresemann überlebt

Ich habe vor einiger Zeit gelesen, dass Großbritannien eine Streichung der Schulden der Alliierten im Ersten Weltkrieg vorgeschlagen hat, ähnlich wie nach den Napoleonischen Kriegen. Dies lag zum Teil an den Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und ein Schuldenerlass würde den Welthandel beleben. Teilweise auch möglicherweise, während Großbritannien die größten Kredite hatte, ging der Großteil davon an Russland, das nach der Machtergreifung der Bolschewiki höchst unwahrscheinlich schien, je zurückgezahlt zu werden. Denken Sie jedoch, dass dies kurz nach dem Ende des Krieges war und die USA damals abgelehnt haben.

Schade, dass eine Einigung weder damals noch in den frühen 20er Jahren ausgearbeitet wurde, da ich denke, dass sie viel dazu beigetragen haben könnte, den Welthandel wiederzubeleben und möglicherweise, wenn nicht die Depression, dann die schlimmsten Auswirkungen und einige der Diktatoren zu vermeiden.

Wenn Sie sich dadurch besser fühlen, gab es viel zu tun, wie den französischen Vorschlag zur Internationalisierung ziviler Flugzeuge oder die Behauptung, U-Boote seien eine Verteidigungswaffe.

Die gesamte Konferenz kam mir vage albern vor, es tut mir also leid, wenn es so aussieht, als würde ich auf Großbritannien herumhacken.

Vielen Dank. Es klang eher so, als ob Großbritannien ausgesondert würde und ich fing an, mich ziemlich ratlos darüber zu fühlen.

Ich denke, es gab viele ernsthafte Bedenken, Kriege zu vermeiden, gepaart mit dem Wunsch, die Ausgaben angesichts der Depression und des konventionellen wirtschaftlichen Denkens zu dieser Zeit zu kürzen. Allerdings immer zweifelhaft bei den meisten Abrüstungsgesprächen, weil sich die schrittwilligen Menschen im Allgemeinen gegenüber denen, die weniger prinzipientreu sind, schwächen.

Außerdem ist es bei solchen Dingen wirklich sehr schwierig, da die meisten Waffen entweder defensiv oder offensiv eingesetzt werden können. Sogar U-Boote wurden aufgrund der Einschränkungen der frühen Versionen und der Ansicht, dass sie nur gegen militärische Ziele eingesetzt werden würden, zunächst als Verteidigungswaffen gedacht. Wie wir jedoch alle wissen, änderten sie ihren Charakter völlig, als sie die Fähigkeit und den Willen erlangten, gegen zivile Ziele eingesetzt zu werden. In ähnlicher Weise können Minen auf See eine Verteidigungsmaßnahme sein, um einen Feind von Ihrer Küste fernzuhalten, oder eine aggressive Maßnahme, um ihre eigene Schifffahrt zu erwürgen.

Fälin

Als Stresemann an die Macht kam, bestand sein schwierigstes Problem darin, die reale Möglichkeit eines nationalsozialistischen Militärputsches abzuwenden. Viele in der Reichswehr hatten entweder Nazi-Sympathien oder eine starke Abneigung gegen die deutsche Linke. Stresemann als Präsident zu haben, war daher offensichtlich etwas, das sie ablehnten.

Gleich nach seinem Amtsantritt begann Stresemann seine Bemühungen, die Nazis und Kommunisten zu bekämpfen und damit den von ihm befürchteten Bürgerkrieg abzuwenden. Auf den ersten Blick war die Position der Nazis stark. Rechts standen eine Dreiviertelmillion Braunhemden und Stahlhelme, und niemand wusste, wie sich die Armee verhalten würde. Doch die Demokratie war nicht wehrlos und hatte ihre eigene paramilitärische Kraft: Die Eiserne Front.

Das Reichsbanner wurde 1924 als Reaktion auf die rechten Unruhen der 1920er Jahre im Rahmen einer Kampagne zur Verteidigung der Republik gegründet. Von Anfang an wurde sie von der SPD und in geringerem Maße von der DDP und der Zentrumspartei unterstützt, aber in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre war die Bewegung verkümmert, da die Republik stabil schien und unter die Kontrolle der Sozialdemokraten fiel . Angesichts der Bedrohung durch Hitler und die Kommunisten führte Stresemann die DDVP, manchmal tretend und schreiend, zur Unterstützung der Bewegung und zur Wiederbelebung einer pandemokratischen paramilitärischen Kraft. Die ungleiche Vereinigung von Anhängern, von Gustav Krupp bis zu Hamburger Hafenarbeitern, vereinte die ungleiche Bewegung nur durch ein Ideal: Respekt vor der Republik und ihren Institutionen. [1] Im Frühjahr 1932 hatte die als Eiserne Front bekannte Bewegung fast eine halbe Million Mitglieder.

Doch die Eiserne Front war nicht nur eine gesunde Bewegung, die sich der Demokratie verschrieben hatte. Die Eiserne Front versuchte, die Taktiken ihrer Feinde zu übernehmen. Zur Präsidentschaftswahl forderten die Sozialdemokraten alle Ortsgruppen auf, ein Parteiabzeichen zu tragen, einen geballten Erstgruß zu verwenden und „Freiheit!“ zu rufen. in geeigneten Momenten. Die Verwendung eines Drei-Pfeile-Symbols durch Iron Front (das einen Angriff auf die Feinde der Demokratie symbolisiert) veranschaulichte auch eine weitere Übernahme von Nazi-Methoden, ebenso wie ihre Bemühungen, die Menschen um „ihren“ Anführer Stresemann zu scharen. Im Vergleich zu ihren Gegnern links und rechts war die Eiserne Front noch immer die Hüterin der Demokratie in Deutschland.

Trotzdem wollte niemand einen Bürgerkrieg, und die Armee könnte Stresemann zwar unterstützen, aber nur, wenn zuerst alle Alternativen ausgeschöpft waren, einschließlich eines Deals mit den Nazis.

„Sehen Sie, Herr Präsident, Tatsache bleibt, dass die Nazis zu den größten Parteien im Reichstag gehören. Sie können sie nicht für immer aus der Regierung heraushalten.“ Von Schleicher lehnte sich in seinem Stuhl zurück und wartete darauf, dass Stresemann sprach.

"Ist das Ihr Rat oder der Rat der Reichswehr?"

"Wir sind nur besorgt über die undemokratische Natur Ihres Regimes." Stresemann bemerkte, dass von Schleicher es schaffte, ein ernstes Gesicht zu bewahren, während er das sagte. „Wir sind besorgt, dass Sie die Nazis zu einem Putsch drängen, und wir wollen nicht gegen andere Deutsche kämpfen müssen.“

Stresemann starrte über den Tisch und dachte einen Moment nach. "Du hast recht." Er kritzelte etwas auf einen Notizblock, um es so aussehen zu lassen, als würde er nachdenken. „Ich werde Hitler keine Stelle anbieten. Aber wir könnten Strasser zum Verkehrsminister machen.“

Schleicher zuckte die Achseln. "Das ist alles?"

"Die Sozialdemokraten haben immer noch die Mehrheit." Stresemann dachte einen Moment nach. „Lasst uns Göring eine Stelle anbieten. Hitler würde das gutheißen, oder?“

Der Aufstieg der Nationalen Deutschen Arbeiterpartei

Die nationalsozialistische Bewegung stand in der zweiten Jahreshälfte 1932 am Rande des Zerfalls. Sie hatte bei der Präsidentschaftswahl eine entscheidende Niederlage erlitten, bei der Reichstagswahl im Mai jedoch Sitze gewonnen. Die Neuwahlen im Oktober zeigten jedoch, dass die NSDAP ihren Höhepunkt erreicht hatte, wobei die Partei nur 28% der Stimmen der Nation erhielt. Mit der Verbesserung der Wirtschaft würde sich die Situation für die Partei nur noch verschlechtern. Auch die Partei wurde von Fraktionskämpfen zerrissen, als die Brüder Strasser die Nazis aufforderten, sich Stresemanns „Nationaler Regierung“ anzuschließen. Ernst Röhm forderte unterdessen den Einsatz der Hunderttausenden SA der Partei, um den Staat gewaltsam zu erobern. So wurden Strasser und Röhm zu Verbündeten einer nationalen Revolution.

Das Ende des Jahres 1932 erlebte somit zwei Strömungen in der Partei, die eine „nationale Revolution“ forderten, wie ein gemeinsamer nazi-kommunistischer Streik in Berlin gegen Stresemann und die „konservative“ Fraktion von Hitler und Göring veranschaulicht. In dieser instabilen Situation gab es nur ein Ergebnis.

Stresemann paffte eine Zigarre und lächelte, als er die Zeitung las. „Also, Strasser und Röhm bilden die Nationalsozialistische Deutsche Volkspartei, oder?“ Er zitierte aus der Zeitung. „Der Aufstieg des Nationalsozialismus ist der Protest eines Volkes gegen einen Staat, der das Recht auf Arbeit verweigert. Wenn die Verteilungsmaschinerie im gegenwärtigen Wirtschaftssystem der Welt nicht in der Lage ist, den produktiven Reichtum der Nationen richtig zu verteilen, dann ist dieses System falsch und muss geändert werden. Der wichtige Teil der gegenwärtigen Entwicklung ist die antikapitalistische Stimmung, die unser Volk durchdringt.“

Er kaute an der Zigarre und blickte aus dem Fenster des Reichspräsidentenpalais auf den Hof. Regen fiel gegen die Fenster, und die Blätter waren größtenteils von den Bäumen gefallen. Egal, wirklich. Der Frühling stand vor der Tür.


Während Strasser und Röhm weiterhin den Idealen der Nazis treu blieben, führte ihr Bruch zu weit verbreiteten Kämpfen zwischen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und der Nationalen Deutschen Arbeiterpartei in ganz Deutschland. Stresemann revanchierte sich mit der Einführung der Todesstrafe für jede „politische Hinrichtung“, während die Kommunisten den Zusammenbruch der „bürgerlichen Republik“ freudig voraussagten. Dennoch wurden sowohl die Nationaldeutsche Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei als auch die Nationale Deutsche Arbeiterpartei bei den Wahlen 1933 schwer getroffen, da die Wähler der Mittelschicht aus Angst vor einer Rückkehr beider Parteien zu ihren sozialistischen Wurzeln abwanderten. Wenn sie die Macht erlangen sollten, glaubten viele, dass es keine oder nie geben würde.

Stresemann seufzte, als er einen Brief beendete. „Herr Doktor Nebel“, schrieb er, „ich mache mir wie Sie Sorgen um die mögliche Militarisierung der Raketentechnik. Die Welt braucht keine weiteren Möglichkeiten, sich in die Luft zu sprengen!“

Er hielt inne und fuhr dann fort. "Bon Bülow. hat einmal geschrieben, Deutschland wolle seinen Platz an der Sonne haben, aber Sie würden uns die Sterne selbst geben." Für den Fall, dass Nebel nicht überzeugt war, fügte er hinzu: „Wenn Sie jedoch mit der Regierung zusammenarbeiten möchten, werden es sicherlich andere tun, die weniger pazifistisch eingestellt sind. Wäre es daher nicht besser, wenn Sie die Forschung leiten würden?“

Stresemann legte den Stift weg und zuckte die Achseln. Während er bezweifelte, dass Nebels Männer jemals Raketen bauen würden, die den Mond erreichen würden, fesselte es viele Deutsche, und er würde lieber daran denken als an Krieg. Auf jeden Fall könnte die Möglichkeit, Tonnen von Sprengstoff mit anderen Mitteln als Bombern auf Warschau zu werfen, nützlich sein. Er legte seinen Stift weg, gähnte und nahm den Hörer ab. Und dann brach die Hölle los.

Draußen hörte Stresemann eine Reihe scharfer Gebelle, die sich aufhoben und dann schnell verstummten. Genervt nahm er den Hörer ab. "Was ist da draußen los?"

„Herr Präsident“, sagte die Stimme am anderen Ende, „es scheint, als hätten die Braunhemden einen Putsch gestartet.“

Stresemann antwortete mit einer interessanten Fluchfolge und sagte: „Ich dachte nicht, dass sie den Verstand dafür haben. Okay, hast du die Reichswehr angerufen?"

„Ja, aber auch ihre Zentrale wurde angegriffen. Verstärkung kommt von außerhalb der Stadt, aber.“

Stresemann seufzte. "Okay, schnapp dir die Polizei und das Reichsbanner."

Er legte auf, als ein Beamter hereinkam. „Herr Präsident, Sie müssen durch einen Seiteneingang fliehen. Es kann sein, dass du noch Zeit hast zu fliehen.“

Stresemann stand im Flur und sah die Wände an. Die Gemälde waren kitschig und zeigten Deutschlands Führer in dem romantischen Stil, den er immer langweilig fand. Dennoch spürte er immer noch die Augen Bismarcks und Friedrichs des Großen, die ihn anstarrten, und das Gewicht ihrer Anwesenheit.

“We’re not fleeing to Stuttgart again.[2] If Hitler wants to kill me, let him shoot me in the office where I have a right to sit.”

He blinked for a moment. “There aren’t any Askari around, are there?”

Stresemann shrugged. "Kein Grund."

In hindsight, the failure of the SA’s coup was ineveitable. Their inability to cut communications between Stresemann, holed up in the Presidential Palace, and the rest of Berlin ensured that the Reichswehr, Prussian Police [3], and Reichsbanner could subdue the uprising. Some members of the SA refused to rise up at all, still loyal to Hitler, who dithered long enough to lose any opportunity to act. This put Hitler in the unfortunate position of finally offering his support to Rohm only after most of Berlin had been secured, and it should come as no surprise that he ultimately fled to Austria. Martial law was declared across Germany, with an uneasy peace supported by some Steel Helmets, the Reichsbanner, the army, and others.

Meanwhile, the German economy lay in ruins only the government’s currency controls and closure of the stock market had prevented an economic disaster, and Stresemann’s vision of a national community was in disarray. It would be up to him to pick up the pieces.

[1] Krupp really didn’t like the Nazis until 1933, thinking they were a threat to business. So, given his support of Stresemann, I find this pretty reasonable.

[2] During the Kapp Putsch, the government fled to Baden.

[3] Who are Social Democrats, bless their hearts.

Lord Insane

Arctic warrior

Alt_historiker

I, um, I'm not getting what these guys have to do with anything.

Nevertheless, great update! I wonder how Stresemann will rebuild the German economy. has he met a certain Mr Keynes?

Lord Insane

Keith Robertsson

Askaris? von Lettow-Vorbeck reference?

Faeelin

This is a bad reference to my last TL, where Von Lettow made an appearance with Askari guards.

Kabraloth

Ah, the Reichsbanner.
The unfallible German Wikipedia actually has their flag in the article.

FaeelinsMan

FaeelinsMan

Ah, the Reichsbanner.
The unfallible German Wikipedia actually has their flag in the article.

I won't lie it's not the most stirring of images.

Lord Insane

Stevep

Possibly assuming too much sophistication but could it be meant to be that way? That their loyal to and supporting a Germany that metaphorically has been trampled underfoot?

Lord Insane

Possibly assuming too much sophistication but could it be meant to be that way? That their loyal to and supporting a Germany that metaphorically has been trampled underfoot?

Alt_historiker

But it has arrows! Which symbolise. uh. symbolic stuff.

Alright, it's not much good. But what were the flags of the Stahlhelm and the Communist paramilitaries? Let's compare them, then we'll see whose looks best!

Kabraloth

Possibly assuming too much sophistication but could it be meant to be that way? That their loyal to and supporting a Germany that metaphorically has been trampled underfoot?

Faeelin

Hah, wouldn't be that hard too.

Anyway, sorry about the appearance of "Faeelinsman" I'm at the bf's, and didn't realize he was logged on.

Keith Robertsson

But it has arrows! Which symbolise. uh. symbolic stuff.

Alright, it's not much good. But what were the flags of the Stahlhelm and the Communist paramilitaries? Let's compare them, then we'll see whose looks best!

Faeelin

Building the National Community

DDVP poster from the 1930s. "Bread and work for the city and country against dictatorship from the Left and the Right."

The old Germany and the new ought not to be permanently opposed the Reichsbanner and the Stahlhelm should not for ever face each other as antagonists. Some means must be found of fusing the old and the new.-Gustav Stresemann, 1925​

Stresemann’s own political beliefs were badly shaken in the aftermath of the aborted SA coup. The Nazis and Communists gained millions of votes in local elections, and it seemed that over a decade after the Republic’s birth violence was still a political tool. Was war schief gelaufen? Stresemann, like many others, sought to answer this problem. Unlike many thinkers, he thought democracy still had a future.

Ultimately, Stresemann blamed democracy’s failure on the legacy of Wilhelmine government. In the Imperial era, parties had been based around interest groups who sought favors from an authoritarian government, whereas the Weimar state was based on coalition building by parties with varying interests. Thus, the Bourgeois were divided in the Republic into a variety of special interests groups as there was no true middle class consensus unable to accomplish anything of import, many then turned to the extreme right.

Stresemann also noted which parties didn’t lose votes to the extremes: namely, the Socialists and the Center Party. The difference, in his opinion, was that they offered their members a secure place in a rapidly changing world. So too, he recognized, did the Nazis and Communists. The problem was in providing a place for the average German in a democratic society.

Meanwhile, Stresemann’s own beliefs changed during the early 1930s. He had always thought that the individual, although retaining personal and social freedom and the courage of responsibility, could live a full and meaningful life only as part of national community. Such a group depended as much on deep vital forces, "spiritual factors" as Stresemann put it, as much as on material or political factors. Instinct, culture, custom, and the "imponderables of the national soul" all contributed to the organic social community. The inclusion of all classes in the responsibility of state affairs, Stresemann argued, would infuse the idea of community with a sense of practical vitality. Stresemann, in short, imagined a welfare-oriented paternalism, where there would be cooperation between social units based not on mechanistic integration but on a spontaneous and sincere commitment to the national community. “[1] By 1933, however, Stresemann had decided the government must push for democracy, whether the people wanted it or not.

Among Stresemann’s contributions was the formation of a Republican youth movement. Germany had long had a variety of youth movements, and all the political parties attempted to recruit young people by providing them with their own organizations, such as the Bismarck Youth or the Windthorst League. The growing division among Germany’s youth was, in Stresemann’s view, a serious concern, and in 1931 he had discussed the possibility of a “united youth movement”, designed to inculcate Germany’s children with the values of the Republic. Although Stresemann had banned the Hitler Youth shortly after his election, he was aware of the potential, and 1934 witnessed the formation of the German Youth. Although it was never mandatory, pressure was put on parents financially to enroll their children in the program, which was to “inculcate the Children with German values and German traditions.”

The German Youth stressed charity (by using children to pressure adults into donating money to relief funds), the pride in Germany’s countryside (by sending children to work for farmers as cheap labor) and, ideally, the lessons of German history. There were problems, of course. Many of the leaders and coaches had profoundly conservative leanings, or failed to understand the material they taught. Far more successful were the various specialized organizations, in fields ranging from husbandry to aviation.


The German Youth was just one aspect of Stresemann’s vision of Germany’s future others, such as the formation of the German Broadcasting Corporation, was another. Perhaps the most controversial, however, was his thoughts about the restoration of the monarchy. Stresemann had mixed feelings about the Empire, recognizing the good as well as the bad. He recognized, however, the hold that the Emperor had over the minds of many in the middle class, who he thought had turned towards self-destructive nationalism. Stresemann was not averse to a restoration of the monarchy per se he had written to Prince August Wilhelm about restoring the monarchy in 1925. On the other hand, he has no desire to bring back Wilhelm, who he views as a doddering old fool and August Wilhelm is a bit too close to the far right for Stresemann’s taste. In any case, Wilhelm has told his children that there will be hell to pay if they take a throne, and talks about restoring the monarchy in 1933 are too premature it would look like a move of desperation. If only there was some other Hohenzollern. [2]

It is, however, worth remembering that there was no overarching plan, with much of Stresemann’s proposals driven the needs of the moment. Ultimately, it was not until 1936 that he could consider implementing any more serious reforms. For the survival of a National Community required ending the Depression.

Germany’s economic recovery began soon after the banking crisis of 1931. With the implementation of currency controls and a moratorium on reparations, Stresemann took advantage of the opportunity to create an inflationary money supply. The German government rapidly began putting unemployed workers to work on projects across Germany. The government built canals, power plants, schools, and even began construction on Germany’s now famous autobahns [3], financed through a variety of ingenious schemes. The effects of Stresemann’s programs were soon felt, and by the middle of 1933 unemployment had been reduced to three million [4], and by the beginning of 1936 was down to two million. More than anything else, it was Stresemann’s success at restoring the economy that brought his government success, and, ultimately support. Yet in the long run, how Stresemann combated the Depression was as important as his success at doing so, for his actions led to Germany’s world renowned auto industry and helped give birth to the computer revolution.

On June 3, September 1933, Stresemann turned the first sod on the first stretch of the Hamburg to Basel motorway, and by 1938 thousands of miles of roadways had been built, crisscrossing Germany like arteries . Built in a modernist style that Stresemann ironically hated, they symbolized the mastery of technology over nature, and, with the People’s Cars that began to dot the roads, the German people’s triumph over poverty. Stresemann also promoted car races and authorized tax cuts on car purchases, leading to the quadrupling of car production by 1935. [5]

Yet Stresemann also used tax cuts in other ways, notably to solve the unemployment problem among the graduates of Germany’s universities. [6] Afraid that the Depression would diminish interest in the sciences, he passed legislation giving companies tax cuts for hiring engineers and scientists coming out of Germany’s universities. While these are not solely responsible for the renaissance in German engineering in the latter half of the 1930s, with the discovery of the transistor and mass production of televisions, given the predominance of younger engineers in electronics, it is fair to say that Stresemann’s policy laid the foundation for much of Germany’s electronics industry. [7]

Yet there was one major failure in Streseman’s policy, and that was the agricultural sector. Stresemann was never comfortable amidst farmers the DVP had drawn its support from the great cities, from merchants in Hamburg and businessmen in Berlin, and he was unfamiliar with their conditions. Moreover, subsidizing German agriculture by promoting autarky would have risked a tariff war that threatened Germany’s foreign trade, as well as raising costs for urban consumers. Although Stresemann supported programs to give farmers low interest loans, cheap fertilizer, and cheap labor, agriculture failed to recover as rapidly as the rest of the German economy. Given this situation, it is no surprise that many in the countryside to vote for nationalist parties.

Stresemann also continued to irritate Germany’s industrialists with his support for the cornerstones of the Weimar state. The Republic’s social security network remained in place, as did its system of collective wage agreements, trade unions, and state arbitration in industrial disputes. Although many industrialists were satisfied with Stresemann’s handling of economic recovery, they thought he was too sympathetic to the unions. For Stresemann, however, supporting the cornerstone of democracy by ensuring that workers received a square deal wasn’t something that troubled him in the slightest.

Still, as 1936 dawned, Stresemann could look with satisfaction on what he had done. Stresemann had brought his nation out of the Depression and restored its place in European affairs, with many calling him the Second Bismarck. And like Bismarck, he recognized that there were some changes to be made to map of Europe.

[1] A real cool paper by Stephen G. Fritz, entitled The Search for Volksgemeinschaft: Gustav Stresemann and the Baden DVP, 1926-1930, covers this pretty well.

[2] And of course restoring Wilhelm is the perfect way to freak out the rest of Europe.

[3] Why not? If you’re going to go for public works, go for roads.The motorways had another purpose, of course, creating 125,000 jobs in construction alone by 1935.

[4] It was around 4 million at this point under the Nazis.

[6] As opposed to under the Nazis, where Germany’s education system became a disaster.

[7] Unfortunately, he also liked zeppelins. So I guess they hold out a bit longer.


Gustav Stresmann – Man Crush Monday!

 Professor Philip Nash explains his man-crush on Gustav Stresemann, the important German politician during the Weimar period. What do Stresemann’s career and his hopes for Germany tell us about the strengths that can be found in nationalism? And we engage in some “what if Stresemann had lived” speculation. Would we have seen the rise of Hitler? Episode #394

Jonathan Wright, Gustav Stresemann: Weimar’s Greatest Statesman

Gustav Stresemann was the exceptional political figure of his time. His early death in 1929 has long been viewed as the beginning of the end for the Weimar Republic and the opening through which Hitler was able to come to power. His career was marked by many contradictions but also a pervading loyalty to the values of liberalism and nationalism. This enabled him in time both to adjust to defeat and revolution and to recognize in the Republic the only basis on which Germans could unite, and in European cooperation the only way to avoid a new war. His attempt to build a stable Germany as an equal power in a stable Europe throws an important light on German history in a critical time. Hitler was the beneficiary of his failure but, so long as he was alive, Stresemann offered Germans a clear alternative to the Nazis. Jonathan Wright’s fascinating new study is the first modern biography of Stresemann to appear in English or German.


Stresemann and Weimar

Prophet of European unity or pre-Hitler nationalist bent on wiping out Germany's Versailles humiliation? Sixty years after his death, Jonathan Wright reassesses the career and motives of Germany's leading statesman of the 1920s.

Gustav Stresemann, who became foreign minister of the Weimar Republic in 1923 and remained in that office until his death in October 1929, is one of the most controversial of the German political leaders of the nineteenth and twentieth centuries. He ranks, with Bismarck, Hitler, Adenauer and Brandt, as a figure who exerted a profound influence on Europe. From being a violent nationalist in the First World War, he became the leading statesman of the Weimar Republic. Together with the French foreign minister, Aristide Briand, and the British foreign secretary, Austen Chamberlain, he negotiated the Locarno Pact in 1925. This held out the promise of peace after the ravages of war and the turmoil of the immediate post-war period. Yet, over this achievement hangs a question mark. Was Stresemann's goal a peaceful Europe in which Germany was a reliable partner, or was his aim rather the step by step revival of Germany as a great power until it had regained a position of dominance?

Um diesen Artikel weiterlesen zu können, müssen Sie den Zugang zum Online-Archiv erwerben.

Wenn Sie bereits einen Zugang erworben haben oder Abonnent von Print- und Archivabonnenten sind, stellen Sie bitte sicher, dass Sie es sind eingeloggt.


Zugangsoptionen

1 Oncken , Hermann , “Stresemann ah historische Gestalt,” Deutsche Allgemeine Zeitung ( Berlin ), 10 6, 1929 Google Scholar . Oncken, the leading German political historian of his generation, was close to Stresemann's line of thought in many ways. He has been frequently misrepresented at home and abroad, especially in recent years. About his aims as an historian and scholar-politician see the articles of this writer, which are based on a long and close association: “Ein Historiker des Lebens: Hermann Oncken als nationaler und liberaler Politiker,” Preussische Jahrbücher, CCXVIII ( 1929 ), 162 – 181 Google Scholar , and “Hermann Oncken and the end of an era,” Journal of Modern History, XVIII ( 1946 ), 148 – 159 .Google Scholar

2 Löwenstein , Hubertus Prinz zu , Stresemann: Das Deutsche Schicksal im Spiegel seines Lebens ( Frankfurt , 1952 ), p. 9 .Google Scholar

3 Rheinbaben , Rochus von (Dresden, 1928 )Google Scholar . — Olden , Rudolf , Stresemann ( Berlin , 1929 )Google Scholar . — Bauer , Heinrich , Stresemann: Ein deutscher Staatsmann ( Berlin , 1930 )Google Scholar . — Vallentin , Antonina , Stresemann: Vom Werden einer Staatsidee . Second edition , with Nachwort by Henry Bernhard ( Munich-Leipzig , 1948 )Google Scholar . —See also Stern-Rubarth , Edgar , Stresemann der Europäer ( Berlin , 1930 )Google Scholar and the same author's personal memoir Three Men Tried: Austen Chamberlain, Stresemann, Briand and their fight for a new Enrobe (London, 1939 ).Google Scholar

4 Stresemann , Gustav , Vermächtnis: Der Nachlass im drei Bänden . ( Berlin , 1932 – 1933 ).Google Scholar

5 Personal telegram from Hoesch to Curtius, of February 17, 1930. Unpublished.

6 See Vermächtnis , Das , II , 553 – 555 Google Scholar . Consult also Olden , Rudolf , “Was Stresemann sincere?”, Contemporary Review ( London ), CXLVII ( 1935 ), 557 – 565 .Google Scholar

7 See Knight-Patterson , W. M. , Germany from defeat to conquest, 1913–1933 ( London , 1945 )Google Scholar Bieligk , K. F. , Stresemann: The German liberals' foreign policyGoogle Scholar (London, no date) Boas , George , “ Stresemann: Object lesson in post-war leadership ”, Public Opinion Quarterly , VIII ( 1944 ) 232 – 243 CrossRefGoogle Scholar , with the reply by this writer: “Stresemann: good European or unrepentant sinner?” in the same journal, IX ( 1945 ), 258 – 260 .Google Scholar

8 Görlitz , Walter , Gustav Stresemann ( Heidelberg , 1947 )Google Scholar . — Löwenstein , Hubertus Prinz zu , Stresemann: Das deutsche Schicksal im Spiegel seines Lebens ( Frankfurt , 1952 )Google Scholar

9 Dr. Thimme has given this writer an outline of her forthcoming book which will be published by the Bollwerk-Verlag, Offenbach am Main, in a new series of brief political biographies.

10 See, e.g., Schlottner , Erich Heinz , Stresemann der Kapp-Putsch und die Ereigmsse im Mitteldeutschland und in Bayern im Herbst 1923 ( Frankfurt , 1948 )Google Scholar

11 Curtius , Julius , Sechs Jahre Minister der deutschen Republik ( Heidelberg , 1948 )Google Scholar and his posthumously published study Der Young-Plan: Entstel-lung und Wahrheit (Stuttgart, 1950 )Google Scholar Radbruch , Gustav , Der innere Weg ( Stuttgart , 1951 )Google Scholar Schiffer , Eugen , Ein Leben für den Liberalismus ( Berlin , 1951 )Google Scholar Schreiber , Georg , Zwischen Demokratie und Diktatur: Persönliche Erinnerungen, 1919–1944 ( Münster , 1949 )Google Scholar Severing , Carl , Mein Lebensweg . 2 Bd. ( Cologne , 1950 )Google Scholar . See also Stampfer , Friedrich , Die ersten vierzehn Jahre der deutschen Republik ( reissue Offenbach , 1947 )Google Scholar , which is still most useful for the understanding of the period. For William Sollmann, another leading social democratic supporter of Stresemann's foreign policy and a member of his cabinet, see this writer's recent articles: “Memories of William Sollmann,” American-German Review, XIX ( 1953 ), 14 – 16 Google Scholar , and “William Sollmann, wanderer between two worlds”, South Atlantic Quarterly LII ( 1953 ), 207 – 227 Google Scholar . The author owes much to Sollmann for his constant encouragement in his Stresemann studies. Neither the Erinnerungen of Franz von Papen (London, 1952) nor the fat volume by Meissner , Otto , Staatssekretär unter Ebert, Hindenburg, Hitler ( Hamburg , 1950 )Google Scholar add substantially to our picture of the Stresemann era there may be more of interest in the life story of Dr. Hjalmar Schacht, which has been announced for early publication. Former Chancellor Dr. Hans Luther told this writer in great detail about his relations wtih Stresemann see his printed address Vor 25 Jahren war Locarno—was ist heute? given before the Amerika-Gesellschaft, Hamburg, on 12 5, 1950 .Google Scholar

12 Dirksen , Herbert von , Moskau, Tokio, London: Erinnerungen und Betrachtungen zu zwanzig Jahren deutscher Aussenpolitik, 1919–1939 ( Stuttgart , 1950 )Google Scholar Kordt , Erich , Nicht aus den Akten ( Stuttgart , 1950 Google Scholar Prittwitz , Friedrich von und Gaffron , , Zwischen Petersburg und Washington: Ein Diplomatenleben ( Munich , 1952 )Google Scholar Schmidt , Paul , Statist auf diplomatischer Bühne, 1923–1945 ( Bonn , 1949 )Google Scholar Weizäcker , Ernst von , Erinnerungen ( Munich , 1950 )Google Scholar . Three books published in this country are indispensable for an understanding of the international situation in the Stresemann era: Craig , Gordon and Gilbert , Felix (editors), The Diplomats, 1919–1939 ( Princeton , 1953 )Google Scholar Holborn , Hajo , The political collapse of Europe ( New York , 1951 )Google Scholar and Neumann , Sigmund , The future in perspective ( New York , 1946 ).Google Scholar

13 The list of these names is far too long to be given here, but at least the unfailing helpfulness of Konsul Henry Bernhard should be grate-fully acknowledged.

14 See especially his articles “The Portent of Stresemann”, Commonweal, XLI , ( 1945 ) 486 – 489 Google Scholar , “Locarno: twenty-five years after”, Zeitgenössische Rezension (London), CLXXVIII ( 1950 ), 279 – 285 Google Scholar , and “Adenauer and Stresemann compared”, New York Herald Tribune, 04 10, 1953 Google Scholar . The present article incorporates also some points raised by the author in a lecture on Stresemann given at the University of Heidelberg in July 1949 and passages from a paper read at the Boston meeting of the American Historical Association in December 1949.

15 Stresemann , Gustav , “ Politische Umschau ”, Deutsche Stimmen , XXXIV ( 1922 ), 421 – 427 Google Scholar . See also the most recent presentation of Rathenau's ideas by Kollman , Eric C. , “ Walter Rathenau and German foreign policy ”, Journal of Modern History , XXIV ( 1952 ), 127 – 142 .CrossRefGoogle Scholar

16 See Schiffer , Eugen , Ein Leben für den Liberalismus, P. 112 Google Scholar . Schiffer gave a similar account of the incident in a statement for this writer.

17 Unpublished the exact date when Stresemann wrote the poem, could not be ascertained.

18 See Oncken , Hermann , Rudolf von Benningsen . 2 Bd. ( Stuttgart 1910 )Google Scholar . This is the only major contribution to the history of the national liberal party.

19 Example, in his Reden und Schriften, (Dresden, 1926 ), vol I , p. 140 – 163 Google Scholar and in his introduction to Eschenburg , Theodor , Das Kaiserreich am Scheidewege ( Berlin , 1929 ).Google Scholar


The Stresemann years

Gustav Stresemann, who served briefly as chancellor and then as foreign minister for most of the 1920s, was one of the Weimar Republic’s most effective statesman. Unlike many Weimar politicians, Stresemann demonstrated a thoughtful pragmatism, a passionate but rational nationalism and a capacity for getting things done. These qualities helped Germany endure the rocky political and economic waters of the 1920s.

Stresemann’s premature death in 1929 robbed Weimar Germany of one of its few political leaders not mired in self-interest, partisanship or extremism. His demise removed one of the republic’s few obstacles to chaos, dictatorship and totalitarianism.

Hintergrund

Stresemann entered politics as a National Liberal Party candidate in Saxony. In 1907, he became the youngest member of the Reichstag, aged 28. By 1917, Stresemann’s political talents had propelled him to the party leadership.

At this point in his career, there was little to differentiate Stresemann from several other nationalist politicians. He was a fervent monarchist and nationalist and was firmly committed to the war effort.

When the National Liberal Party began to dissolve in 1918, Stresemann joined the newly formed German Democratic Party (DDP). His nationalist views placed Stresemann in the right-wing of the liberal-centrist DDP and he soon became disenchanted with the party’s program.

The German People’s Party

By early 1919, Stresemann and several colleagues had abandoned the DDP and formed their own party, the Deutsche Volkspartei (DVP, or German People’s Party).

In April, he explained his vision for the DVP: “We are on course to become the old ‘middle party’ which is indispensable to the life of the state”.

The Treaty of Versailles heightened Stresemann’s nationalism. He cursed the treaty as a “moral, political and economic death sentence” for Germany and labelled the League of Nations “a farce, an American-English world cartel for the exploitation of other nations”. He also condemned politicians like Ebert for believing the “foolish dreams” about Germany being treated fairly by the Allies.

Through mid-1919, Stresemann lobbied against the Reichstag’s ratification of the Versailles treaty (it was passed 237 votes to 138). In August 1919, Stresemann reasserted the nationalist view that Germany must work to restore her strength:

“We are united that we must again attain a respected position in the world, and this goal can only be achieved by strong leadership. We will not be deceived by talk of a ‘League of Nations’. Already we see the triple alliance of Britain, America and France… what is this except a return to the old system. Our views have already been proved more right than even we anticipated. There will be powerful alliances again in the future, and the task for us is to become alliance-worthy again.”

A shift in views

In the early 1920s, Stresemann’s nationalism began to dilute and his politics shifted towards the centre.

Historians have pondered the reasons for this change. Some suggest Germany’s economic turmoil in 1922-23 convinced Stresemann that recovery was impossible without international co-operation.

Stresemann was certainly disillusioned by the militant nature of German nationalist movements. He thought that reform rather than revolution was the best way to secure Germany’s future.

Stresemann disapproved of both the failed Kapp Putsch (1920) and the NSDAP’s Munich Putsch (1923). He was also alarmed by right-wing political violence, especially the assassinations of Matthias Erzberger (1921) and Walther Rathenau (1922). Though Stresemann had his share of disagreements with both men, their murders appalled him.

Chancellor Stresemann

By 1922, Stresemann was working more closely with moderate and left-wing members of the Reichstag. In August 1923, chancellor Wilhelm Cuno was forced from office and Stresemann was invited to replace him, leading probably the broadest coalition government of the Weimar period.

The ongoing occupation of the Ruhr, spiralling hyperinflation and the weakness of Stresemann’s coalition doomed his government to inevitable collapse. He did not shy away from difficult decisions, however, calling a halt to ‘passive resistance’ in the Ruhr and giving the Allies a commitment to restoring Germany’s reparations instalments.

This did not mean Stresemann had changed his view of Versailles: he still loathed it and hoped for a revision of its strict terms. But he believed the best way to facilitate this was to abide by the treaty and begin negotiations with the Allies in good faith.

Rising unpopularity

These measures were ultimately successful but they made Stresemann unpopular across the political spectrum.

The Social Democratic Party (SPD), the architect of ‘passive resistance’ in the Ruhr, opposed Stresemann’s cancellation of it.

The SPD would eventually withdraw from the Stresemann coalition. This forced Stresemann’s resignation as chancellor on October 3rd, though Ebert had little option but to reappoint him two days later, this time with a much thinner coalition.

Nationalists were also incensed by Stresemann’s preparedness to co-operate with the Allies. On October 21st, separatists in the Rhineland – who considered the Weimar regime spineless and incapable of protecting their interests – attempted to establish their own republic. The Rhenish Republic, as it was known, collapsed after just a month.

The government collapses

This separatism in the Rhineland was followed a fortnight later by an ambitious attempt to seize control of the Bavarian government. Initiated by Adolf Hitler and the National Socialists (NSDAP) in a Munich beer hall, the Putsch was crushed in under two days.

Though both putsches were unsuccessful, they cast a shadow over Stresemann’s cabinet. Stresemann himself chose not to take strong action. He had low regard for political fringe groups like the NSDAP and considered their Putsch a relatively minor incident.

Others in the Reichstag, however, were more concerned about the increase in ultra-nationalist activity under Stresemann’s watch. By late November, the chancellor was facing a no-confidence vote in the assembly. He resigned the chancellorship on October 23rd, this time for good.

Foreign minister

Though no longer chancellor, Stresemann remained as foreign minister in the newly formed government of Wilhelm Marx. He would hold this office for more than six years under three different chancellors.

Stresemann continued his political pragmatism as foreign minister. He contributed to the Dawes Plan to renegotiate Germany’s reparations debt, forged reconnections with Germany’s European neighbours, restored diplomatic ties and sought international support.

In August 1928, Stresemann’s work was interrupted by a small stroke, suffered during a party meeting. He took no time off but while his mind remained keen, Stresemann’s essential skills – reading and writing – were noticeably affected.

Death and global reaction

Gustav Stresemann died in October 1929, aged 51, after another much larger stroke. The European press hailed him as a hero, a man befitting the ‘new Germany’. The London Mal wrote that he saw “co-operation as the only escape from chaos [and] did inestimable service to the German Republic. His work for Europe as a whole was almost as great”.

Die Meinung eines Historikers:
“With the possible exception of Aristide Briand, no figure since the war has so dominated European affairs as did Herr Stresemann and no statesman has shown so unwavering a devotion to what he conceived to be the right course for his country. By a fortunate coincidence, it was also the right course for the world. Herr Stresemann may be said to have been the first of the Europeans.”
J. Wheeler-Bennett

1. Gustav Stresemann began his career as a right-wing nationalist politician. He supported the monarchy, detested the new republic and despised the Versailles treaty.

2. As the leader of the German People’s Party or DVP, Stresemann’s position moderated in the early 1920s. He adopted a pragmatic position and opposed political extremism.

3. Stresemann served as German chancellor briefly in 1923, ending passive resistance to the Ruhr occupation before his coalition collapsed and he was replaced by Wilhelm Marx.

4. As foreign minister, Stresemann worked to rebuild good relationships with Germany’s European neighbours, renegotiate her reparations obligations and revise the Versailles treaty.

5. Stresemann’s pragmatic approach to foreign policy was largely responsible for Germany’s re-entry into the community of nations. It helped to finalise the Dawes Plan, secure foreign loans and negotiate several treaties and agreements.

Citation information
Titel: “The Stresemann years”
Autoren: Jennifer Llewellyn, Steve Thompson
Herausgeber: Alpha History
URL: https://alphahistory.com/weimarrepublic/stresemann-years/
Date published: September 28, 2019
Date accessed: Today’s date
Copyright: The content on this page may not be republished without our express permission. For more information on usage, please refer to our Terms of Use.


Stresemann, Gustav

Although Stresemann knew of efforts by Hans von Seeckt to evade the disarmament clauses of the Treaty of Versailles, he won the confidence of the Allies. He ended (1923) the passive resistance in the Ruhr district against French and Belgian occupation and obtained the evacuation of the Ruhr in 1924 he accepted the Dawes Plan (1924) and the Young Plan (1929) for reparations he raised the hope for peace by his part in the Locarno Pact (1925) he renewed (1926) the Rapallo treaty with the USSR and he had Germany admitted (1926) into the League of Nations with the rank of a great power. His harmonious relation with France's Aristide Briand became one of personal friendship. In 1928, Stresemann signed the Kellogg-Briand Pact. Soon after obtaining his last success, the evacuation of the Rhineland, Stresemann died of the consequences of overwork. His death was, prophetically, considered a calamity by all but the extremist elements in Germany. Stresemann shared the 1926 Nobel Peace Prize with Briand.

See his Essays and Speeches (tr. 1930, repr. 1968) E. Sutton, ed., Gustav Stresemann: His Diaries, Letters, and Papers (3 vol., 1935–40) biography by J. Wright (2003) studies by H. L. Bretton (1953), H. A. Turner (1963), D. Warren (1964), F. E. Hirsch (1964), and C. M. Kimmich (1968).

Die elektronische Enzyklopädie von Columbia, 6. Aufl. Copyright © 2012, Columbia University Press. Alle Rechte vorbehalten.

Weitere Enzyklopädie-Artikel finden Sie unter: German History: Biographies


Schau das Video: 1923-29: Stresemanns Strategy. GCSE History Revision. Weimar u0026 Nazi Germany (Januar 2022).